Das Wort Lavendel leitet sich vom Verb „laver“ (waschen) ab, vielleicht vom italienischen „lavando“ (Waschvorgang). Die Römer nutzten ihn bereits, um Wäsche zu konservieren und Bäder zu parfümieren.
Der Begriff „lavandière“ (Wäscherin) ist übrigens in unserem Wortschatz geblieben.
Neben seinem Duft wurden auch seine reinigenden Eigenschaften geschätzt. Wussten Sie zum Beispiel, dass eine 5%ige Lavendellösung in der Lage ist, den für Typhus verantwortlichen Eberth-Virus, bestimmte Staphylokokken oder den für Diphtherie verantwortlichen Loeffler-Bazillus zu bekämpfen?
Eine Legende besagt, dass eine Fee namens Lavandula auf dem Gipfel des Berges Lure lebte. Auf der Suche nach einem anderen Wohnort blätterte sie in einem Skizzenbuch mit Landschaften. Sie stieß auf eine traurige Darstellung der unkultivierten Länder der Provence. Tränen liefen ihr aus den Augen und färbten die Seiten des Notizbuchs blau. Um diesen Fehler zu beheben, zeichnete sie einen großen blauen Himmel über das Blau ihrer Tränen und schuf so eine typische Landschaft des provenzalischen Hinterlandes.
Als „Blaues Gold der Provence“ wird er seit dem Mittelalter auf den steinigen und sonnigen Böden Südostfrankreichs angebaut. Im Zuge des Aufschwungs der Parfümerie wurde der Anbau ab dem 19. Jahrhundert intensiviert, insbesondere unter dem Einfluss von Grasse. Er wurde nach und nach durch den billigeren Lavandin ersetzt, der einen höheren Ertrag lieferte und ebenso wohlriechend war.
Es war übrigens ein Parfümeur, der seine heilenden Eigenschaften entdeckte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde René Maurice Gattefossé, Parfümeur-Chemiker, Opfer einer Explosion in seinem Labor und erkrankte bald an Wundbrand. Als letzten Ausweg entfernte er seine Verbände und trug Lavendel-Essenz auf seine infizierten Wunden auf. Die Ergebnisse waren erstaunlich; sie bestätigten seine Intuition: Lavendel-Essenz besitzt echte antiseptische und heilende Eigenschaften…
Lavendel hat einen guten Ertrag bei der Destillation. Aus 100 kg Pflanzenmaterial werden 850 ml ätherisches Öl gewonnen.
Sie finden dieses unter verschiedenen Bezeichnungen: Echter Lavendel, Feinlavendel oder Lavandula angustifolia. Es handelt sich um dieselbe Pflanze und somit um dieselbe chemische Zusammensetzung.
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