Die Clementine wird häufig als typische Zitrusfrucht der „Insel der Schönheit“ angesehen. Dieser Ruf stellt die Zedratzitrone ein wenig in den Schatten – eine große, unregelmäßig geformte Zitrusfrucht mit mild-säuerlichem Geschmack, die auf der Insel bereits seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. angebaut wird. Nach Angaben des INRA gehört sie zu den drei ursprünglichen Zitrusfrüchten der Insel. Zubereitungen aus Zedratzitronen und kandierte Zedratzitronen sind fester Bestandteil der korsischen Esskultur. Die Clementine hingegen soll in Oran in Algerien von Père Clément entdeckt worden sein – daher ihr Name. Sie entstand aus einer Kreuzung von Mandarine und Süßorange. Diese Verbindung verleiht ihr ihren besonders milden Geschmack und machte sie so beliebt.
Im Gegensatz zur Mandarine besitzt die Clementine keine Kerne. Bei voller Reife ist die Frucht zunächst grün und nimmt ihre orange Farbe erst durch die sinkenden Temperaturen im Winter an.
Trotz ihrer vergleichsweise „jungen“ Entdeckung zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist die Clementine heute die am häufigsten angebaute Zitrusfrucht der Insel. Korsika ist zudem die einzige Region Frankreichs, in der sie angebaut wird. Sie kennen vielleicht den kleinen Trick: Korsische Clementinen lassen sich von spanischen unter anderem daran unterscheiden, dass sie mit ihren Blättern verkauft werden ...
Und genau diese Blätter werden für die Gewinnung des Petitgrain destilliert – genauer gesagt die belaubten Zweige, die beim Rückschnitt der Bäume nach der Ernte im Winter anfallen.
(Aus der Fruchtschale hingegen wird die Zitrusessenz gewonnen.)
Da für das Petitgrain die Blätter verwendet werden, besitzt dieses ätherische Öl einen besonders grünen und frischen Duft. Es wird vor allem wegen der Ruhe und Ausgeglichenheit geschätzt, die es dem Geist vermittelt.